Wie kann geholfen werden?

Therapie bei Aphasie

Aphasie ist zuerst und vor allem eine Kommunikationsstörung. Dies bedeutet für die Praxis der Therapie, dass die Ziele, die sie verfolgt, immer der Frage standhalten müssen, ob sie für die Kommunikationsfähigkeit wirklich relevant sind.

In der Akutphase stehen häufig noch andere medizinische Probleme im Vordergrund. Die Aphasie zeigt fast täglich ein neues Erscheinungsbild, evtl. mit starken Veränderungen. Man nennt dies auch die Zeit der "Spontanremission", d.h. die Zeit, in der sich spontan Symptome zurückbilden. Unmittelbares Einsetzen der Sprachtherapie verstärkt die spontane Rückbildung deutlich. In dieser Phase bilden sich ca. 1/3 der Aphasien nahezu vollständig zurück. Bleibt eine Sprachstörung bestehen, so haben sich nach ca. 6 Wochen normalerweise recht stabile Symptome herausgebildet. 


Aphasie – Sprachstörung mit weitreichenden Folgen

Die sprachlichen und kommunikativen Einschränkungen haben Auswirkungen auf Alltagsaktivitäten, die sprachliche Komponenten erfordern, wie z.B. Telefonate führen oder Briefe lesen. Sodass Aphasie Konsequenzen auf die Aktivität und Teilhabe am Leben hat. Die Einschränkung sprachlicher und kommunikativer Fähigkeiten führt meist zu sozialer Isolation und Veränderung des gesamten Lebensinhaltes einschließlich der beruflichen Situation. Außerdem wird erkennbar, dass es sich nicht nur um eine Störung handelt, die den Patienten selbst betrifft, sondern auch um eine Störung, die kommunikative und psychosoziale Folgen auf Umweltfaktoren, wie z.B. die Angehörigen und Kommunikationspartner, hat.    


 Für die Rehabilitation der Menschen mit Aphasie hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie Leitlinien herausgegeben. Wichtigste Aspekte dieser Leitlinien besagen, dass wirksame Aphasietherapie mit einer Intensität von 5-10 Stunden pro Woche über mehrere Wochen hinweg durchgeführt werden soll.    


 Die Aphasietherapie dient neben der Verbesserung rein sprachlicher Funktionen auch der Optimierung der kommunikativen Möglichkeiten mit dem Ziel einer verbesserten Lebensqualität. Dazu ist es wichtig mit dem Betroffenen und dem Angehörigen einen individuellen Behandlungsplan mit transparenten alltags- und teilhabeorientierten Zielen für alle Beteiligten zu erstellen. Neben der hochfrequenten Einzeltherapie ist für eine erfolgreiche Behandlung der Aphasie die Gruppentherapie, das Real-Life-Training, computerunterstütztes Training sowie ein Eigentraining Voraussetzung.





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